Wie der Feuerteddy entsteht
Dienstag, den 4. März 2008
- 1. Am Anfang steht der zeichnerische Entwurf. Dieser leitet sich aus der Idee und der Vorstellung eines bestimmten Charakters ab. Der Feuerbär sollte im Gegensatz zu seinem dramatischem Fell eine liebenswürdige Ausstrahlung haben.
- 2. Auf einem Packpapier mache ich die ersten Zeichnungen für die Schablonen. Immer wieder, so lange, bis ich meine, richtig zu liegen.
- 3. Doch das weiß ich erst nach dem ersten Probenähen. Ich nehme mir dazu billigsten Nessel, lege die Schablone auf und zeichne mit einem Filzstift die Außenlinie auf und schneide entsprechendes Teil aus.
- 4. Diese werden zusammengenäht, genauso wie später der teure Stoff. Hier erkenne ich dann schon eventuelle Probleme oder unausgereifte Entwürfe. Und das kann bedeuten, immer wieder neue Schablonen, immer wieder Testnähen und Stopfen, manchmal einen ganzen Tag.
- 5. Jedes Teil muß nun gewendet…
- 6. …und ausgestopft werden.
- 7. Nicht vergessen, das Stopfloch zu vernähen.
- 8. Bei einem Bein überlege ich mir, wie die Stickerei für die Krallen aussehen soll. Der Feuerbär braucht große Krallen, da ich seine Füße auch recht groß haben wollte.
- 9. Hier sieht man die fertigen Stickereien der Krallen.
- 10. Nun kommt meine Lieblingsstelle. Das Sticken der Nase. Jede wird anders und trägt zu dem eigenen Charakter eines jeden Stofftieres bei. Hier mal eine dicke, große Nase. Die Augen habe ich hier mit 2 alten Kmöpfen angedeutet. Das reicht, um ihn sehen zu lassen.
- 11. So und nun schon mal die Beine befestigen. Ich nehme dazu keine Gelenke wie man es normaler Weise bei Bären macht. Mir gefällt die uralte Methode besser. Einfach ein Bein oder Arm mit einem festen Faden von der Innenseite zur Außenseite durchstechen und wieder zurück. Dann fest verknoten und ein längeres Ende stehen lasse. Das brauche ich gleich zum festknoten. Nun wird der Faden durch den Rumpf zur anderen Seite durchgestochen und bei dem anderen Teil genauso verfahren. Doch hier nicht festknoten sondern zurück zum Ausgangspunkt. (Pos.27 zeigt es ganz gut) Erst dann mit dem überstehenden Faden fest zusammenziehen und verknoten. Hört sich schlimm an? Falls Fragen, einfach bei mir anrufen!!
- 12. Jetzt soll der Feuerbär noch seine großen Ohren bekommen. Zu diesem Zeitpunkt kann man bereits erkennen, ob man mit seinem Entwurf richtig liegt.
- 13. Ich glaube meine Arbeit hat sich gelohnt. Er lächelt mich an und ermutigt mich weiter zu machen.
- 14. So, nun die Arme. Das gleiche wie zuvor. Stopfnähte zu…
- 15. Krallen sticken….
- 16. Arme fest zusammen ziehen und verknoten.
- 17. Da ist er nun und wird nun geprüft, wie er sich bewegen läßt und ob seine Proportionen passen.
- 18. Oh ja, der wird süß!
- 19. Das Wertvollste für einen Puppenmacher sind nun die Schablonen. Damit sie recht lange halten, nehme ich einen festen Karton und schneide sie erneut aus. Hier kann ich kleine Fehler korrigieren.
- 20. Jetzt sind alle Teile ausgeschnitten und beschriftet worden.
- 21. Was ich nur empfehlen kann! Nach der Fertigstellung des Modells und der Schablonen ein Merkblatt anfertigen. Hier schreibe ich mir auf, worauf ich achten muß und was an Problemen vorliegt . Oft auch die Reihenfolge der Teile, die zu nähen sind. Dieses Blatt erleichtert mir den Einstieg, wenn ich das Stofftier längere Zeit nicht mehr genäht habe. Außerdem kann man sich nicht alle nähtechnischen Einzelheiten aller Entwürfe merken, ich zumindest nicht.
- 22. Nun zum Eingemachten. Der teure Stoff wird ausgewählt und natürlich das Leder für die Sohlen.
- 23. Alle Teile ausschneiden…
- 24. …zusammennähen und verstopfen…
- 25. …falls vorhanden, sein Logo annähen…
- 26. …Stopfnähte schließen…
- 27. …und alle Teile zusammenknoten…
- 28. …soweit , so gut…
- 29. …wieder die Nase und Augen…
- 30. …und jetzt noch die Schnauze glatt schneiden, so kann man sie besser erkennen.
- 31. Tja, und weil er so schön ruhig gehalten und mir nicht die Finger verbrannt hat, bekommt er von mir ein rotes Lederhalsband mit einer goldenen Glocke daran. Dies ist nicht nur sehr schön, sondern verdeckt auch die Naht am Hals. FERTIG! Jetzt weiß ich, warum mir mein Beruf so viel Spaß macht!